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  • »Daniel« ist der Autor dieses Themas

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Montag, 5. November 2012, 21:00

Der Iwagumi-Stil

Der Iwagumi-Stil

Der Iwagumi-Stil spielt im Aquascaping eine zunehmends übergeordnete Rolle und stellt damit die aktuell wohl beliebteste und am meisten umgesetzte Layout-Stilrichtung überhaupt dar.
Übersetzt bedeutet "Iwagumi" schlicht und ergreifend "Steinformation" und geht - wie das moderne Aquascaping - aus der japanischen Gartenkunst hervor. Dabei bilden die Steine (Hardscape) den zentralen Aufmerksamkeitsakzent im Gesamtbild, das meist aus einer ungeraden Gesteinsanzahl besteht. Klassischerweise werden hier genau drei Exemplare positioniert und spiegeln in gewisser Weise die Kunst des Minimalismus wider. Neben dem Gestein spielt in der Iwagumi-Stilrichtung "üblicherweise" kein anderes Material eine Rolle. Jedoch zeichnen sich hier in jüngster Zeit explizite Abweichungen ab, da beim Iwagumi-Layout immer wieder mit Moosen aufgebundene Wurzeln auftauchen, die in ihrer meist sehr filigranen Umsetzung und Anordnung kleinen "Bäumchen" ähneln und sich dadurch exzellent und fast künstlerisch in die Gesteinslandschaft einfügen.

In der Ruhe liegt die Kraft - Grundsatz und Harmonie des Iwagumi
Wie schon angemerkt, geht die Iwagumi-Stilrichtung zurück auf die japanische Gartenkunst, die sich zum Ziel gesetzt hat, durch die Einfachheit eines "minimalistischen" Layouts die Innere Ruhe in ihrer maximalen Form auf den Betrachter zu übertragen. Insbesondere in einer durch Unruhe, Schnellebigkeit und Stress geprägten Gesellschaft strahlen solche Unterwasserbiotope eine ungemeine, seelische Entspannung aus und erfreuen sich nicht zuletzt deshalb einer kontinuierlich wachsenden Beliebtheit sowohl bei Aquascaping-Einsteigern als auch bei Profis.

Das Arrangement eines Iwagumi-Layouts wird zunächst auf das Hardscape beschränkt. Hierbei spielt das Gesteinsmaterial in Verbindung mit dem Bodengrundaufbau einer übergeordnete Rolle. Die Anzahl der Steine ist in der Regel auf drei Stück begrenzt, jedoch individuell in ihrer Menge erweiterbar. Hier gilt es vor allem, möglichst eine ungerade Anzahl an charakteristisch auffälligen Steinen zu verwenden, die sich in ihrer Größe und Form voneinander abheben sollten. Die Wahl des Gesteinsmaterials sollte dabei auf eine Gesteinssorte beschränkt werden. Bei der Verwendung unterschiedlicher Gesteinsarten entsteht schnell ein Eindruck von Unruhe, was das Gegenteil des klassischen Iwagumi-Grundsatzes zur Folge hat. In Nano-Aquarien empfiehlt es sich, das Grundprinzip einzuhalten und nicht mehr als drei Stein zum Einsatz zu bringen. Größere Becken hingegen eignen sich für die Erweiterung in puncto Anzahl. Jedoch kann auch hier "weniger mehr" sein, sodass gerade hier der Einsatz weniger Materialien den optischen Effekt von Ruhe und Harmonie vielfach unterstreicht.
Die ungerade Anzahl an Steinen wirkt
explizit in der optischen Ausgeglichenheit vor allem auf den Betrachter sehr natürlich.
Grundsätzlich wird beim Arrangement der Steine von zwei Merkmalen ausgegangen. In erster Linie dem Hauptstein (Mainstone), der durch seine Größe und gegebenenfalls auffällige Struktur Beachtung findet und somit den zentralen Punkt des Layouts darstellt und zwei (oder mehr) kleineren Nebensteinen, die den Hauptstein in ihrer gezielten Anordnung "flankieren". Ziel hierbei ist die Schaffung einer absoluten Aufmerksamkeit, die auf dem markanten Hauptstein liegt. In ihrer harmonisch zueinander wirkenden Anordnung sollten die Steine bestenfalls in unterschiedliche Richtungen ragen und auch nicht zwingend auf einer Höhe liegen, um die Natürlichkeit des Ganzen zu unterstreichen und somit den Aspekt der Ausgewogenheit zu verdeutlichen. Ziel ist, jene Wirkung zu schaffen, die Steine aufeinander "beziehen" zu lassen. Hier eignen sich die weiter unten aufgeführten "Substratanstiege" als Gestaltungselement.

Tiefenwirkung, Fokuspunkte, Dynamik
Um Harmonie und Ausgewogenheit im Becken zu erzeugen, folgen die meisten Aquascaper der Regel des Goldenen Schnittes. Diese architektonische Anordnung stellt mitunter den aufwändigsten Teil der Iwagumi-Gestaltung dar und erfordert nicht selten schon eine Gewisse Ruhe und Ausgeglichkeit beim Arrangement der Materialien. Viele Aquascaping-Einsteiger als auch gestandene Aquariendesigner schmeißen dabei oft die ersten Layoutentwürfe über den Haufen und ordnen das Ausgangsmaterial so oft neu, bis der sich zum Ziel gesetzte Eindruck von Einklang stimmig ist. Hier sind es meist nur wenige, aber gezielte Handgriffe, die bisweilen nur wenige Zentimeter vom Ziel des perfekten Layouts abweichen. Hierbei empfiehlt es sich, in der Gestaltungsphase immer wieder Abstand zum Becken zu gewinnen und aus einer wechselnden Entfernung die Anordnung zu betrachten. Meist sind es die Eindrücke aus der "Ferne", die das Layout durch die anschließenden Handgriffe letztendlich makellos werden lassen.
Beim Hardscape empfiehlt es sich daher, genügend Ausgangsmaterial zur Hand zu haben, um möglichst flexibel auf das Arrangement und seine Anpassungen eingehen zu können. Nichts ist in diesem Fall ärgerlicher, als auf drei (oder mehr) Steine beschränkt zu sein, die letztendlich im Becken eine ganz andere Wirkung haben als bei der Erstbetrachtung im Zoofachandel.

Durch den "strategischen" Einsatz des Substrates (Soil oder alternativer Bodengrund) wird das über die Steine hinaus wesentliche Merkmal des konturenreichen Verlaufes geschaffen, der zugleich - auch durch die gezielte Bepflanzung - einen Eindruck von Tiefenwirkung entstehen lässt.
Hierbei werden sogenannte Substratanstiege geschaffen, die sich je nach Geschmack von der Beckenfront nach hinten hin aufsteigend oder aber seitlich (auch zu beiden Seiten) realisieren lassen. Hin und wieder kommt es auch vor, dass ein Layout aus nur einem mittigen Anstieg besteht, der einer durch Steine flankierten Insel gleich, dessen Hauptaugemerk auf dem Mainstone liegt. Das Arrangement des Substrats wird dabei nicht selten auf die Größe und Struktur des Harscape ausgerichtet.
Durch die gezielte Bepflanzung mit (meist niedrig bleibenden) Bodendeckern kann hier der harmonisch flüssige Eindruck von Dynamik entstehen, sodass bei genauerer Betrachtung ein Gefühl von Bewegung hervorgerufen wird, das uns aus der Natur im Bereich von Hügeln und Tälern bekannt ist.

Die richtigen Pflanzen - Harmonie unter Wasser
Beim Iwagumi-Layout und seiner Tiefenwirkung findet vor allem eine überschaubare Anzahl an meist niedrig wachsenden Vordergrundpflanzen Berücksichtigung. In den meisten Fällen werden daher nur 2 - 4 unterschiedliche Arten ausgewählt und aufeinander (und das Scape) abgestimmt.
Besonders beliebt sind hierbei rasenbildende Bodendeckerpflanzen wie Hemianthus callitrochoides (Cuba: HCC), Elatine hydropiper, Eleocharis parvula oder Glossostigma elatinoides , welche bei guten Wachstumsbedingungen förmlich mit dem Hardscape verschmelzen, indem sie eine abschließende Grünfläche um die Steine herum bilden und den gesamten Boden bedecken. Manche Arrangements erlauben zudem den Einsatz von Hintergrundpflanzen, die jedoch möglichst nicht höher im Wuchs als der Mainstone sein sollten.
Anders als in klassischen Pflanzenaquarien bildet das Hardscape den Fokus, weshalb Pflanzen eine sekundäre Berücksichtigung finden und nicht vom eigentlichen Scape ablenken sollten.


Viele Grüße,

Daniel

Aus Steinen, die mir in den Weg gelegt werden, baue ich mir ein Iwagumi.


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Dienstag, 24. Januar 2017, 23:51

Hallo Daniel,
Vielen Dank für die " Iwagumi-Regeln "
Herzlichen Gruß,
AquaZwerg