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  • »nepomuk« ist der Autor dieses Themas

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Mittwoch, 14. November 2012, 20:07

Amanogarnelen

Servus,

mache mir gerade die ersten Gedanken zum Thema Besatz meines Edge, das ich gestern erworben habe und stoße in diesem Zusammenhang immer wieder auf die Amanogarnelen. Leider habe ich mit Garnelen so überhaupt keine Erfahrungen und wollte gern wissen, ob es hier Erfahrungswerte gibt und ob diese Wirbellosen für Anfänger / Widereinsteiger geeignet sind.

Gruß, Tom

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Mittwoch, 14. November 2012, 20:57

Die Amanogarnele - Caridina japonica (multidentata)

Amanogarnelen - Yamatonuma-Garnelen - Japanische Süßwassergarnelen


Hallo Tom,

die Amanogarnele hat eben so viele Namen , wie positive Eigenschaften, weshalb sie (logischerweise) insbesondere von Takashi Amano vielfach eingesetzt und gewertschätzt wird.

In erster Linie ist Caridina japonica (multidentata) der "Terminator" unter den Algenfressern und deshalb vorzugsweise in Naturaquarien bzw. großzügig bepflanzten Aquascapes vorzufinden. Terminator natürlich nur in Bezug auf die Algenvernichtung, denn die Amanogarnele zählt zu den absolut friedfertigen Wirbellosen im Becken, die dir - mit viel Geduld und Übung - auch gern mal direkt aus der ruhigen Hand fressen.

Amano-Garnelen sollten bei folgenden Werten gehalten werden:
Temperatur: 18 - 27°C
Gesamthärte: bis 20° dgH
ph-Wert: 6,0 - 8,0
Karbonathärte: bis 16° dH

Die Amanogarnele erreicht eine maximale Größe von 5 cm und sollte vorzugsweise in Becken ab 54 Liter Fassungsvermögen gehalten werden. Hierbei ist jedoch auch bei staibilen Werten die Haltung in einem kleineren Becken möglich. Hier - vor allem im Edge - sollte mindestens eine Gruppe von 10 Tieren gehalten werden, da die Amanos als Gruppentiere bekannt sind.
Da das Edge für den Besatz von diversen Fischen bekannterweise nicht geeignet ist, dürftest du auch keine Probleme in puncto nachstellende Fische haben, die deine Amanos ärgern. Je aggressiver und "hektischer" der Fischbesatz, desto weniger Freude wirst du an den Amanogarnelen haben, da sie sich in diesem Fall gut verstecken und nur selten zeigen.
Gute Versteckmöglichkeiten sollte das Becken dennoch aufweisen. Dies kann zum Beispiel mit dem Hardscape verbunden werden. Amanogarnelen lieben unter anderem Javamoos oder auch die Wasserpest, wobei das Javamoos schon eher in ein Aquascape passt und auf Wurzeln oder Steine aufgebunden werden kann. Durch den sich absetzenden Mulm und die Algen finden die Amanogarnelen somit immer gute Weideplätze.

Beim Besatz von Amanogarnelen im Edge solltest du den Rucksackfilter entsprechend regulieren, da die maximale Stufe gänzlich ungeeignet für jede Art von Garnelen ist. Zwar lieben die Amanos eine leichte Strömung, die Fluval-Filterstufe Max. hingegen ist definitiv zu viel des Guten.
Da ein Gesellschaftsbecken in diesem Fall ausscheidet (mangels Platz), sollte schon artgerecht gefüttert werden. Aber auch hier ist weniger oft mehr. Je nach Pflanzenbesatz in deinem Becken wirst du nicht umherkommen, herkömmlich dazu zu füttern. Hierbei kann der Speiseplan der Amanogarnele sehr unterschiedliche Menüs und Snacks hergeben und vom Flockenfutter über das Granulat bis hin zu Salatgurkenscheiben und Laub reichen. Je abwechslungsreicher die Fütterung, desto vitaler und agiler die Wirbellosen. Ich habe auch mit abgekochten Erbsen schon gute Erfahrungen gemacht. Ansonsten ist das im Handel erhältliche Garnelenfutter ebenso beliebt wie eine hin und wieder gereichte Portion Spinat.

Da das Edge bekanntlich auch (wie in meinem Fall) ohne Heizung betrieben werden kann (Wassertemperatur = Zimmertemperatur), gibt es hier vor allem die natürlichen Temperaturschwankungen im Tag- Nachtbereich, die auch von den Amanos bevorzugt wird. Konstante Temperaturen sind nicht unbedingt der Amano liebstes Umfeld. Darüber hinaus reagieren grundsätzlich (nicht nur die Amanos) alle Garnelen auf Schwankungen der Wasserwerte, weshalb es manchmal bereits zu spät sein kann für ausgiebige Tests und Wasserwechsel...
Die Wasserwerte sollten bei der Garnelenhaltung tatsächlich so oft als möglich gemessen werden. Ebenso sollte ein kontinuierlicher Wasserwechsel (1 x pro Woche 30 %) den Nitratabbau im Becken unterstützen. Schnell wachsende Pflanzen tun dabei ihr Übriges und beeinflussen diesen Prozess entsprechend positiv.

Auch wenn die Amanogarnele im Gegensatz zu den vielen anderen Arten im Handel recht "langweilig" in ihrem Erscheinungsbild wirkt, so ist sie in Bezug auf die Algenvernichtung im Becken unschlagbar und unvergleichbar effektiv. Darüber hinaus kann sie weitaus älter werden als ihre bunten und hochgezüchteten Artgenossen. Mitunter sind fünf Jahre keine Seltenheit mehr. Sechs bis acht Jahre sind das mögliche Maximum.

Wenn du dein Becken gerade erst eingerichtet hast (wie in deinem Fall ADA Soil), dann warte mit dem Besatz 2-3 Wochen. Das Aquasoil hat im Gegensatz zu anderen Substraten eine längere Einfahrphase nötig, sodass die Stabilisierung der Wasserwerte nicht pauschalisiert werden kann.
Ich bin gerade am selben Punkt angelangt und werde ebenfalls 10 Amanos einsetzen sobald meine Werte stabil und für die Tiere unbedenklich sind.

Viele Grüße,

Daniel

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Montag, 17. Dezember 2012, 20:07

Offenes Becken

Hallo zusammen,

da ich mit Garnelen bisher noch keinerlei Erfahrungen gemacht habe wollte ich an dieser Stelle mal fragen, ob die Amanos bei den offenen Becken nicht rauskrabbeln oder raushüpfen? Irgendwo meine ich so etwas mal gelesen zu haben... :pillepalle: Aber Amano betreibt doch seine Becken auch offen oder? Ich spiele gerade mit dem Gedanken, mir ein Dennerle Nano Cube Complete Plus zu kaufen bei dem ich aber gern wegen der Optik auf die Abdeckscheibe verzichten möchte. Hier sollen anfangs auch vielleicht Amanos einziehen und für Sauberkeit sorgen. Was meint ihr? Könnte man da die Abdeckscheibe weglassen? Oder krabbeln die Kruster tatsächlich aus dem Becken wenn man Pech hat? :thinking:
Ach und: stimmt es dass Amanos den Nachwuchs anderer Garnelen jagen und fressen? Wenn dann würde ich meine gern mit anderen Zwerggarnelen vergesellschaften, weiß aber noch nicht genau mit welchen. Ich finde ja die Red Bees sehr spannend. Diese sollen aber sehr anspruchsvoll sein wie ich gelesen habe. Vielleicht mache ich dazu aber mal lieber ein neues Thema auf um hier nichts durcheinander zu bringen. ;)
LG, Fabian

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Montag, 17. Dezember 2012, 20:32

hehe, coole Frage ABER...

vor 5 Minuten saß ich vor meinem Nano Cube (30 L) und habe zugeschaut wie einer der Amanogarnelen auf den Filter krabelte und dabei von dem Wasserstrahl erwischt wurde. Vor Schreck machte sie einen Sprung und hüpfte fast raus.

Ich habe den Glasdeckel drauf und habe deswegen ziemlich viel Wasser im Aquarium ohne Deckel kann mir schon vorstellen dass die Garnelen aus dem Aquarium rausspringen könnten.

EDIT: habe gerade noch 3 Stück runter geschubst. Ich habe heute Wasserwechsel gemacht und etwas viel Wasser nachgefüllt...

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Montag, 17. Dezember 2012, 21:07

Amanoganelen

Hallo Fabian,

die Amanos springen "nicht wirklich", auch wenn es manchmal bei Beobachtung der Tiere den Anschein macht, als würden sie urplötzlich wie Grashüpfer in die Höhe schießen. Wenn überhaupt, dann krabbeln oder klettern die Amanos aus dem Aquarium. ;) Das klingt zwar im ersten Moment abstrus und ungewöhnlich, kann aber in Stresssituationen durchaus vorkommen. Stimmt beispielsweise die Wasserqualität nicht, so versuchen die Wirbellosen aus dem Becken zu flüchten. Ist wie bei uns Menschen, wenn wir die Flucht nach vorn antreten wenn uns die Luft zu "dünne" wird. Ebenfalls werden solche Beobachtungen angestellt, wenn sich die Amanos von Fressfeinden atackiert und belästigt fühlen. Auch hier gilt das Gesetz der Flucht. Wenn nötig auch in die Gefahrenzone außerhalb des Wassers, wo die Wirbellosen tatsächlich für kurze Zeit überleben können. Gleiches gilt bei Sauerstoffmangel oder Schadstoffen / Giftstoffe im Becken.
Grunsätzlich sollte nach dem Besatz der Tiere - der ja bekanntlich mit viel Stress verbunden ist - das Becken vorsorglich abgedeckt werden, bis sich die Tiere wieder beruhigt haben. Je nachdem woher sie bezogen werden, ob sie einen langen Transportweg hinter sich haben oder gar im Paket bei dir eintreffen (was nichts ungewöhnliches mehr ist), kann es sein, dass die Tiere wirklich extrem gestresst sind und erst eine gewisse Zeit benötigen, um sich zu akklimatisieren und einzugewöhnen. Wer 24 Stunden im Flieger gesessen hat und von einer Turbulenz in die nächste geraten ist, wird auch nicht gleich nach der Landung die Sportschuhe anziehen und eine runde Joggen gehen zum Abspannen. :P

Darüber hinaus streitet man sich vielerorts, ob Amanogarnelen noch zu den Zwerggarnelen zählen, da sie mitunter bis zu 5 cm groß werden und aus diesem Grund auch in Becken ab 54 Liter Volumen gehalten werden sollten. Wer die Amanos schon mal beim sogenannten Paarungsschwimmen beobachtet hat, wird schnell merken, dass ein 30 Liter Cube um einiges zu klein ist.
Prinzipiell zählen Garnelen - gleich welcher Gattung - zu den Schwarm- oder Herdentieren, die aus einer Gruppe mit mindestens 10 Tieren bestehen sollten. In einem 30er Becken wird es da schon sehr eng. Soll es - wie in deinem Fall - offen betrieben werden, so kannst du davon ausgehen, dass bei dieser Menge der Tiere mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlicheit das eine oder andere Exemplar unter Stress oder beim Paarungsschwimmen einmal den Weg über die Oberkante nach draußen findet.
Von daher würde ich dir persönlich von den Amanos abraten. Im Übrigen habe ich schon Exemplare beobachtet, die oben auf dem Innenfilter eines Beckens sitzen und sprichwörtlich "frische Luft" schnappen. :thumbsup: Sieht nicht nur witzig aus, sondern stellt auch das Verhalten so manches Wirbellosen infrage.

Zum Thema Räuber / Jäger

Amano Weibchen benötigen in der Phase der Eiausbildung eine erhöhte Dosis an Proteinen, die bei einer artgerechten Haltung mit auf dem Speiseplan stehen sollte. Ich persönlich habe das nachfolgend beschriebene Verhalten noch nicht live beobachten dürfen, spreche hier aber aus einer Beobachtung eines Bekannten, mit dem ich erst kürzlich über dieses Thema gesprochen habe. Dieser hält sowohl Guppies als auch Red-Fire Garnelen zusammen mit einer handvoll Amanos in einem 120 Liter Becken. Da das Becken recht großzügig im Stil eines echten Aquascape bepflanzt ist, kommt sowohl vom Nachwuchs der Endler Guppies als auch von den Red-Fire Garnelen regelmäßig eine gewisse Zahl an Jungtieren hoch. Hierbei hat besagter Bekannter vor allem in Phasen der Fütterungspausen und unter Verzicht von gefrostetem Artemia (das von den Amanos auch gern genommen wird), mehr als nur einmal beobachtet, dass einige der kräftigeren und größeren Amanos (vermutlich Weibchen während der Ausbildung der Eier) sowohl von den Guppies als auch von den Red Fire Garnelen Jungtiere am Wickel hatten, die definitiv noch nicht tot waren.
Dass Garnelen verendete Fische fressen - und das mitunter binnen weniger Stunden restlos - ist kein Geheimnis. Bei lebendigen Tieren hingegen verhalten sich die Süßwassergarnelen ausnahmslos friedlich gegenüber den Mitbewohnern. Von daher sind weder Amanos als auch andere Wirbellose unter keinen Umständen als Killer zu betrachten. Ganz im Gegenteil!
Besagte Beobachtungen hingegen bilden die Ausnahme. Leider konnte mein Bekannter den "Fang" eines Guppies oder einer jungen Red-Fire nicht direkt beobachten, nur, dass die Tiere noch lebendig zwischen den Fühlern und Scheren der Amanos das Zeitliche gesegnet haben. Lebendfutter für Amanos bei Proteinmangel? Ich weiß nicht so recht...
Ich habe mal den Versuch gestartet, Amanos mit lebendigen Artemias zu füttern. Keine Chance. Amanos sind alles andere als geübte Jäger in meinen Augen. In gefrorenem Zustand sieht das Ganze hingegen ganz anders aus. Da fahren sie regelrecht drauf ab.
Aber zurück zum eigentlichen Thema: mein Bekannter ist der festen Überzeugung, gesehen zu haben, wie eine Amano eine kerngesunde Red-Fire von Kopf an in lebendigem Zustand "angeknabbert" hat.
Amanos sind im Vergleich mit jungen Guppies oder auch anderen Junggarnelen kräft- als auch größenmäßig überlegen und verfügen im Gegensatz zu anderen Zwerggarnelenarten im Süßwasserbereich über kräftig ausgeprägtere Scheren, weshalb nicht ausgeschlossen werden kann, dass im "Vorbeischwimmen" eben mal nach dem Lebendfutter gegriffen wird wenn es an Proteinen mangelt. Kranke oder schwache Tiere - egal ob Garnelen oder Fische - werden von Amanos im Rahmen der natürlichen Instinkte natürlich als "Futter" angesehen. Kerngesunde Tiere hingegen zu fangen und zu verspeisen erscheint mir aber auch nicht ausgeschlossen. In einem anderen, bekannten Forum zum Thema Garnelen habe ich kürzlich erschreckenderweise gelesen, dass Amanos auch an einen kerngesunden Otocinclus gegangen sind... :closed:
Was tatsächlich dahinter steckt und wie hoch dabei der Wahrheitsgehalt ist, bleibt natürlich dahingestellt. War es wirklich ein gesundes und junges Tier? Oder wurde hier im Rahmen eines ohnehin auf die Amanos als Killer abgestempelten Threads vielleicht die Panikmache agekrubelt? Solange ich solche Situationen nicht selbst beobachten kann oder sofern keine Bilder oder Videos solcher Situationen vorliegen, stehe ich solchen Aussagen immer etwas skeptisch gegenüber.
In meinem Fall konnte ich die Amanos bisher ausschließlich als friedfertige und gesellige Tiere beobachten, die ich problemlos mit Tigergarnelen, Otocinclus und Red-Fire halte. Zwischenfälle hat es bisher noch keine gegeben.
Von solchen immer wieder kursierenden Horrorgeschichten würde ich an deiner Stelle - bei einem größeren Becken - Abstand nehmen und eigene Erfahrungen sammeln. Meine persönlichen Beobachtungen haben in den letzten Jahren gezeigt, dass Amanos - wenn überhaupt - nur tote, todkranke, geschwächte oder veraltete Tiere fressen. Dennoch schließe ich persönlich nicht ganz aus, dass hin und wieder auch Jäger unter den Tieren zu finden sind, die gezielt junge Tiere verspeisen.

Vielleicht gibt es an dieser Stelle ja auch weitere Mitleser, die entsprechende oder auch komplett andere Erfahrungen und / oder Beobachtungen gemacht haben? Über einen entsprechenden Austausch - auch grundsätzlich zum Thema Amanogarnelen - würde ich mich an dieser Stelle ebenso freuen. :P
Viele Grüße,

Daniel

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Montag, 17. Dezember 2012, 22:27

Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Bericht Daniel. :dance: Werde mich wohl nach einer anderen Art umschauen die ich dann problemlos auch in einem kleineren Becken halten kann. :hmm:
LG, Fabian

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Dienstag, 18. Dezember 2012, 14:25

Hi,

ich kann einige der Erfahrungen hier bezüglich der Amano-Garnelen teilen. Wo soll ich anfangen?

1.) Ich bin ein Fan! Als ich die Amanos angeschafft habe, hatte ich ein paar hässliche Fadenalgen im Becken. Innerhalb von einer Woche haben sie diese vernichtet und die Pflanzen sahen so gut aus wie nie. Offensichtlich haben sich die Pflanzen auch wieder viel wohler gefühlt, nachdem sie von den Algen befreit wurden und sind besser gewachsen. Auch nachdem ich die Tiere wieder abgegeben habe (dazu komme ich noch) kamen die Algen nicht wieder. Die Amanos sind wirklich tolle Helfer im Pflanzenaquarium.

Ich hatte auch viel Spaß daran, die Tiere zu beobachten. Sie mögen etwas unscheinbar sein, sind aber trotzdem sehr elegant und vor allen Dingen sehr aktiv und agil.

2.) Sie sind keine Jäger: ich habe nie beobachtet, dass sie anderen Tieren nachstellen und diese jagen. Tatsächlich haben sie sich sogar von meinen viel kleineren Bees ärgern lassen oder um das Futter gestritten. Ok, ihre Größe war bei solchen Streits dann doch ein Vorteil.

3.) Aber!! Sie fressen trotzdem andere Bewohner, auch meine Bees. Wie oben schon erwähnt, sind die Amanos sehr agil, nicht nur beim Paarungsschwimmen. Die Bienchen sind geradezu gemütlich dagegen. Was ich häufiger beobachten konnte ist, dass die Amanos die Bees überrannt haben und die Bees ein bisschen gebraucht haben um aus dem Beingewirr wegzukommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die kleinen sich dabei verletzen können, wenn so eine Amano wie ein Bulldozer über sie hinwegläuft und dabei mit den Scheren nach Fressbarem sucht.

Was ich leider beobachten musste, waren tote Bienen, die genüsslich von den Amanos verspeist wurden. Ich habe das auch fotografiert, kann ich gerne nachreichen, komme nur derzeit nicht dran.
Ob die gefressenen Tiere geschwächt, krank oder gerade kurz vor oder nach der Häutung waren, kann ich nicht sagen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass die Färbung der toten Tiere meist noch in Ordnung war, also nicht blass. Daher tippe ich auf Häutung oder frisch verletzte Tiere...

Meine Fische, Perlhuhnbärblinge, kamen problemlos mit den Amanos zurecht. Keine Verluste und ein friedliches Miteinander. Geweihschnecken blieben auch unversehrt.

4.) Es sind die Weibchen: nur die Weibchen fressen ihre Mitbewohner. Ich habe nie ein Männchen an einer toten Garnele knabbern sehen. Erklärung dafür gab es ja oben schon.

5.) Amanos nur in große Becken: ich hatte die Tiere auch in einem 30l Becken und mache auch diesen Zustand für meine Verluste verantwortlich. Selbst 54l sind noch sehr klein. Die Weibchen sind bei mir extrem schnell von 2 cm auf ca. 3-4 cm gewachsen. In einem Zoogeschäft habe ich Tiere in einem Schaubecken gesehen, die locker 6 cm hatten. Dazu kommt ihre Schwimmfreude. Also, niemals in kleinen Becken halten.

6.) Haltung allgemein: sehr einfach. Mir ist nie ein Tier ausgebüchst, die Weibchen haben mehrfach getragen und insgesamt waren sie, solange ich die Tiere hatte, fit, hungrig und aktiv.

Fazit: Amano-Garnelen sind tolle Tiere, die jedes Aquarium in Schuss halten und viel Spaß machen. Ich würde sie aber nicht mehr mit anderen Zwerggarnelen halten, die Vergesellschaftung mit friedlichen Fischen stellt aus meiner Erfahrung kein Problem dar. Da die Tiere sehr aktiv sind und recht groß werden, würde ich sie nur in Becken >54l halten.

Ich habe meine Tiere aufgrund der Verluste bei den Bees und ihrer zunehmenden Größe an einen anderen Aquarianer abgegeben. Ich bin ein bisschen traurig deswegen, denke aber, dass es sowohl für die Amanos als auch meine Bienen die bessere Entscheidung war. Leider bin ich erst nach der Anschaffung zu dieser Erkenntnis gekommen, daher hoffe ich, dass mein Bericht dem ein oder anderen hilft, besser zu entscheiden.

Gruß
Tanja
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Dienstag, 18. Dezember 2012, 21:47

Caught in the act - Fotos

Hi,

hier nochmal die versprochenen Fotos. Man sieht deutlich, dass es ein Amano-Weibchen ist, dass sich die Biene schmecken lässen. Vorsicht! Kein schöner Anblick :fie: :




Gruß
Tanja


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Dienstag, 18. Dezember 2012, 22:10

Danke für die Infos und die Fotos :huh:

Bei mir sind die Amanogarnelen noch ganz friedlich ich hoffe es bleibt noch 4 Wochen so dann kommen die in einen neuen Becken...

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Mittwoch, 19. Dezember 2012, 07:30

Amanogarnelen

Hallo Tanja,

hab ganz herzlichen Dank für deinen aufschlussreichen Erfahrungsbericht. Die Bilder sagen natürlich mehr als Tausend Worte...
Was mich wundert: dass die Männchen gar kein Verlangen nach Fleisch haben. Es scheinen ja fast ausnahmslos die Weibchen zu sein - was man immer wieder liest und hört - die sich an verendeten Tieren zu schaffen machen.

Ich persönlich bin ich auch ein Fan dieser betriebsamen Tiere. Ähnlich wie bei dir habe ich sie eingesetzt, als die ersten Algenprobleme zu eskalieren drohten. Binnen 24 Stunden (!) war die "Bude" jedoch komplett auf Vordermann gebracht. Ähnliches konnte ich auch wie bei dir in Bezug auf das Wohlbefinden und das Wachstum der Pflanzen beobachten. Scheint sich hierbei tatsächlich um eine Symiose zu handeln.
Dass die Amanos anderen Bewohndern (Fische oder Garnelen) nachstellen, konnte ich auch noch nicht beobachten. Sicherlich gibt es hin und wieder kleine Reibereien oder Revieransprüche, die sicherlich im Gesellschaftsbecken geltend gemacht werden. Aber intensive Auseinandersetzungen wären mir auch neu. Bei mir verhält es sich auch so, dass manchmal sogar die Amanos den Kürzeren ziehen, wenn die kleinen Red-Fire sich auf sie setzen. Dem Anschein nach halten die Amanos still und warten ab, bis die Red-Fire von allein wieder abziehen. Verteidigungsaktivitäten konnte ich hier bisher - erstaunlicherweise - auch noch nicht beobachten.

Selbst beim Futter wird in meinem Gesellschaftsbecken nicht gestsritten. Okay; die Amanos tragen aber auch förmlich ganze Brocken weg, sodass für die anderen nur die abgelösten Teile übrig bleiben. Eine kleine Spirulina Tab ist da ein leichtes...
Auch ich beobachte die Amanos gern, finde die anderen Garnelenarten persönlich aber viel ansprechender in der Optik. :rolleyes:
Viele Grüße,

Daniel

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Montag, 7. Januar 2013, 19:59

Denkt ihr das man die Amanos evtl mit kleinen Krebsen vergesellschaften kann?
Viele Grüße
Alex

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12

Montag, 7. Januar 2013, 20:16

Garnelen und Krebse vergesellschaften

Hi Alex,

eine berechtigte Frage, die man leider nicht pauschal beantworten kann. In der Regel gilt: sofern genug Versteckmöglichkeiten für alle Beteiligten verfügbar sind, so lassen sich Krebse und Garnelen auch vergesellschaften. Beobachtungen hingegen zeigen, dass viele Garnelenarten die Vermehrung einstellen, sobald Krebse im Becken unterwegs sind. Da du explizit von der Konstellation Amano vs. Krebse spichst, ist der Punkt der Vermehrung ja ohnehin außen vor, da sich Amanogarnelen so einfach nicht vermehren lassen (siehe weiter oben).
Nun kommt es auch ganz darauf an, welche Garnelenart du mit den Amanos zusammensetzen möchtest. Je nach Art gilt auch hier: keine Pauschalaussage. Es gibt Flusskrebse, die auch Garnelen fressen, wenn sie ihnen zu nahe kommen bzw. sie diese erwischen. Gerade Montezumaes scheinen sich die Amanos schmecken zu lassen, was ich gerade erst vor wenigen Wochen im Becken eines Bekannten beobachten konnte.
Bei Flusskrebsen solltest du dich aber längerfristig auf die Launen der Tiere einstellen. Je älter sie werden, desto mehr scheinen sie für Überraschungen im Verhalten gut zu sein, was sich mitunter auch auf die Fressgewohnheiten ausüben kann. Ich hatte beispielsweise mal einen Cherax in einem meiner Becken, der so friedfertig war, dass man annehmen musste er könne keiner Fliege etwas zuleide tun. Ein halbes Jahr später hingegen fing er an, sich an sämtlichen Fischen zu vergreifen und sein persönliches "Schlachtefest" zu zelebrieren...
Selbst die friedfertig geglaubten CPO scheinen sich auch nicht immer mit Garnelen zu vertragen. Aus diesem Grund musst du dich auf Verluste einstellen, selbst wenn genug Versteckmöglichkeiten gegeben sind. Du kannst Glück oder auch Pech haben: das wird von der "Persönlichkeit" des Krebses abhängen, bei denen es echt friedfertige Kerle wie auch echte "Schlachter" gibt.
Ich persönlich würde keine Garnelen mit Krebsen vergesellschaften. Allein aus Rücksicht auf die Tiere. ;)
In vielen Fällen hingegegen scheint es aber auch gut zu gehen... Vielleicht musst du es einfach ausprobieren. Die ohnehin recht groß (im Vergleich zu anderen Arten) werdenden Amanos sind ja bekanntlich auch sehr flink, weshalb einem Zwergflusskrebs die gezielte Jagd auf gesunde und ausgewachsene Amanogarnelen recht schwer fallen dürfte.
Viele Grüße,

Daniel

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13

Montag, 7. Januar 2013, 20:28

Danke für die hilfreiche Antwort Daniel! :)

Riskieren will ich es nicht das sich plötzlich alle gegenseitig fressen ;)

Denke der Besatz von 10 Amanos mit Schnecken oder Muscheln ist wohl die friedlichste Lösung. Hab heute mal die Amanogarnelen im Zoogeschäft bestaunt und finde das sie gar nicht so langweilig aussehen ;)
Dazu evtl. noch ne handvoll rot-weiße Endler Guppies...

In 1,5 Wochen, wenn die Wasserwerte in Ordnung sind, kommen die Bewohner rein :)

Viele Grüße
Alex

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Samstag, 19. Januar 2013, 20:02

Eine absolut nicht aggressive Amanogarnele

Habe heute bei der Fütterung eine sehr amüsante Beobachtung gemacht, die mich persönlich davon überzeugt hat, dass die Amanos alles andere als aggressiv oder angrifsslustig sind:

Junge Hummelgarnele von gerade einmal 0,5 cm Größe stellt sich ausgewachsener (und recht großer) Amano gegenüber, die gerade genüsslich an einem Pellet knabbert. Hummel wagt einen Schritt nach vorn und erdreistet sich, der Amano Garnele den Stick förmlich aus den Fängen zu reißen.
Ausgewachsene Amano schreckt hoch und zieht wehrlos von dannen... Hummel macht sich seelenruhig über die Beute her. Musste unweigerlich an David und Goliath denken. :stick:
Viele Grüße,

Daniel

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Sonntag, 4. August 2013, 20:56

Hallo zusammen,

ich glaube die Frage ist... wie hungrig ist eine Amanogarnele :xeno:

Hier ist die Geschichte:

Ich habe ein Garnelenbecken aufgesetzt und nach ca. eine Woche 5 Amanogarnelen eingesetzt als Algenpolizei. 4 Männchen und ein tragendes Weibchen. Nach ca. 2-3 Wochen habe ich noch mal 20 Taiwaner Mischlinge eingesetzt und ca. 10 Orange Fire. Die Amanogarnelen wollte ich wieder zurück setzen aber ich habe die erst mal im Becken nicht erwischt und wollte es später machen.

Heute morgen bei einem Blick ins Becken habe ich was komisches entdeckt sah nach Futterresten aus aber so ein Futter habe ich gar nicht dazu gegeben. Bei näheren Betrachtung habe ich dann im Becken einige angeknabberten Körperteile von Orange Fire Garnelen entdeckt. Ich habe die Amanos eigentlich gut gefuttert aber mein Verdacht fällt auf das Weibchen. Ich muss noch dazu sagen die ist riesig im Vergleich mit den Bees. Bei den Männchen hätte ich es eher nicht vermutet. Da ist Größenunterschied relativ gering.

Gruß

Oleg

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Sonntag, 4. August 2013, 21:02

Amanos fressen andere Garnelen ?!

Hi Oleg,

Ausnahmen bestätigen ja immer wieder die Regel. Ist denn auszuschließen, dass die Tiere, dessen Körperteile im Becken entdeckt wurden ggf. krank oder schwach waren?
Ich hege allerdings nach einigen Beobachtungen auch den persönlichen verdacht, dass tragende Amano-Weibchen ihren erhöhten Proteinbedarf mitunter ohne Rücksicht auf Verluste decken und dabei in Ausnahmefällen auch "über Leichen" gehen.
Fütterst du hin und wieder gezielte Proteinmischungen für die tragenden Tiere? Wie groß ist das verdächtigte Weibchen (in cm) und wie groß die anderen Tiere im Becken? :hmm:
Viele Grüße,

Daniel

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