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  • »Daniel« ist der Autor dieses Themas

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Donnerstag, 27. Dezember 2012, 22:00

In-Vitro Cups: Pflanzen aus In-Vitro Kultur

Liebe Community,

explizit im Zusammenhang mit der Thematik des Aquascaping taucht immer wieder der Begriff der sogenannten In-Vitro Cups auf, die ich an dieser Stelle kurz vorstellen und erläutern möchte. Die vielfach unterschiedliche Schreibweise bitte ich zu entschuldigen: Ich lese selbst immer wieder von in-Vitro, InVitro, invitro, oder In Vitro, weshalb mir die schlussendlich korrekte Schreibweise bisher noch nicht bekannt ist. Onkel Duden steht hier auch noch etwas auf dem Schlauch.

Was sind in-Vitro Cups?
Im Gegensatz zur "klassischen" und bisher herömmlichen Variante von Aquarienpflanzen im Topf, im Bund oder in Steinwolle - wie man sie meist in den Pflanzenbecken der Zoofachhändler sieht -, werden die sogenannten In-Vitro Cups vorwiegend in Plastikschalen (Cups) gehandelt und geliefert. Hierbei werden die Pflanzen in einem entsprechenden Nährgel (Nährstofflösung) gezogen und kultiviert. Da die Gewebekulturen der In vitro Pflanzen im Nährsubstrat einige Vorteile mit sich bringen, versprechen die Hersteller bzw. die Gärtnereien eine entsprechend hochwertige und kaum zu übertreffende, frische Qualität der Ware.

Welche Vorteile haben in-Vitro Cups?
Pflanzen aus In-Vitro Kulturen werden keimfrei und unter sterilen Bedingungen im Labor hergestellt bzw. kultiviert und bringen daher folgende Vorteile mit sich:

  • Keine Schnecken: Beim Kauf von klassischen Aquarienpflanzen (Topf / Bund / Steinwolle) kommt es immer wieder vor, dass man sich ungebetene Gäste ins Aquarium einschleppt, die man meist nur schwer wieder los wird. Die Problematik eingeschleppter Schnecken füllt mittlerweile etliche Foren und Blogs, da immer wieder versucht wird, diese sich teilweise entwickelnde Plage möglichst schnell wieder in den Griff zu bekommen. Anders ist es bei In-Vitro Pflanzen, die garantiert schneckenfrei sind. Im Gegensatz zu klassischen Aquarienpflanzen werden In-Vitro Pflanzen unter sterilen Bedingungen kultiviert, sodass ungewollte Gäste gar nicht erst den Weg in den Cup bzw. das Ausgangsmaterial finden.
  • Keine Algensporen, Bakterien oder Pilze: Da sich in den Kulturgefäßen aufgrund der sterilen Umgebung weder Sporen, noch Bakterien einschleichen können, ist eine Verpilzung der Gewebekulturen ebenso ausgeschlossen. Dadurch kann vor allem auch Zucker Verwendung im Nährmedium finden, weshalb die In-Vitro Kultivierung gänzlich auf Pestizide und Bakterizide seitens der Hersteller verzichtet werden. Ein späteres Eindringen von Fremdorganismen ist in den meisten Fällen aufgrund des luftdichten Verschlusses und des entsprechenden (je nach Hersteller) Qualitätssiegels ausgeschlossen.
  • Garnelenfreundlich: Die zuvor genannte Vermeidung von Pestiziden und Bakteriziden kommt vor allem den Wirbellosen Aquarienbewohnern (in erster Linie Garnelen) zugute. Garnelen - vor allem Hochzuchten - reagieren bekanntermaßen sehr empfindlich auf entsprechende Substanzen / Pestizide, die in der kommerziellen Aquarienpflanzenzucht Verwendung finden. Wer ein reines Garnelenbecken einrichten möchte, sollte in dieser Hinsicht die inVitro Pflanzen favorisieren.
  • Mehr Pflanzenmasse fürs Geld: Im Gegensatz zur klassischen Variante (Topf, Bund oder Steinwolle) bekommt man bei den InVitro Cups tatsächlich mehr Pflanzenmasse für sein Geld und hat somit mehr Ausgangsmaterial bei der Einrichtung, da sich viele Arten mit wenigen Handgriffen teilen lassen. Diese in kleinen Abständen eingesetzt bilden je nach Umgebung und Art beispielsweise schnell sichtbare Teppiche innerhalb weniger Wochen.
  • Längere Lagerdauer: In-Vitro Cups lassen sich aufgrund ihrer Beschaffenheit und des Nährmediums länger lagern als herkömmlich gezüchtete Aquarienpflanzen. Vielfach und vor allem fälschlicherweise wird hier eine unbedenkliche Lagerdauer - bei wenig Licht und Zimmertemperatur - von bis zu 6 Monaten kommuniziert. Dies kann nach Rücksprache mit der Firma Tropica nicht pauschalisiert werden. Auch Pflanzen aus der InVitro Kultivierung haben ein gewisses Haltbarkeitsdatum, das leider in den meisten Fällen (noch) nicht auf der Verpackung vermerkt ist. Mehr dazu kann auch an dieser Stelle nachgelesen werden. Ich empfehle daher aus meiner persönlichen Erfahrung heraus die unmittelbare Verwendung der in-Vitro Pflanzen, spätestens jedoch nach maximal einer Woche Lagerdauer.
  • Bezahlbare Raritäten: Seltene Arten / Kultursorten finden durch das In-Vitro Prinzip schneller den Weg in die heimischen Aquarien und sind zudem schon bei der Markteinführung bezahlbar.
Vielfach hört und liest man, dass ein "extrem schnelles "Anwachsen der In-Vitro Pflanzen im Vergleich zu den klassischen Topf- oder Bundpflanzen zu beobachten sei. Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus kann ich dieser Aussage leider nicht zustimmen, sodass hier unter Umständen von einem reinen Werbeversprechen auszugehen ist.

Hersteller / Züchter von In-Vitro Cups
Zu den bisher namhaftesten Herstellern (Gärtnereien) zählen vor allem Anubias (Linea Cups) und Tropica (1-2-grow).

Einsetzen von In-Vitro Pflanzen
Wie auch die herkömmlichen Pflanzen aus dem Topf, dem Bund oder aus der Steinwolle werden die Pflanzen aus der In-Vitro Kultur vorsichtig mit einer dafür vorgesehenen Pflanzenpinzette eingesetzt.

  1. Als Erstes sollte eine Schale oder ein kleiner Eimer bereitgestellt werden. Dieser dient dazu, (sofern vorhanden) Wasser aus dem laufenden Becken, in dem die Pflanzen eingesetzt werden sollen, zur Hand zu haben.
  2. Als Zweites wird der (meist) luftdicht verschlossene Becher durch Aufbrechen des Qualitätssiegels geöffnet. Hierbei sollten die Pflanzen nicht allzu lange der Umgebungsluft ausgesetzt sein, damit sich keine Fremdkörper / Fremdorganismen anhaften können. Nun werden die Pflanzen (oder das Moos) vorsichtig aus dem Becher entnommen und in die Schale mit dem bereitgestellten Aquarienwasser gelegt. Ist kein Aquarienwasser vorhanden, so sollte entsprechend aufbereitetes Leitungswasser verwendet werden. Kleine Reste des meist noch anhaftenden Nährgels können an den Pflanzen belassen werden. Diese lösen sich zum Teil (je nach Hersteller und Pflanze) in Schritt 3 fast vollkommen auf.
  3. Pflanzen circa eine Stunde im Wasser belassen. Gegebenenfalls sich ablösende Teile des Nährmediums vorsichtig mit einer Pinzette entfernen. Je nach Ablösegrad des Gels die Wartezeit entsprechend anpassen / verlängern. Im besten Fall löst sich das Nähgel vollständig von den Pflanzenwurzeln oder dem Moos.
  4. Pflanze oder Moos vorsichtig aus dem Wasserbad entfernen. Je nach Säuberungsgrad gegebenenfalls letzte Reste von dem Gel manuell mit einer Pinzette entfernen und kurz im Wasserbad abspülen. Das Abspülen unter fließendem Leitungswasser sollte hier vermieden werden, das nicht nur die Gefahr besteht, dass die Wurzeln durch den zu hohen Wasserdruck beschädigt werden, sondern dass sich auch unkontrolliert Teile der Pflanze lösen. Nun kann mit dem Einpflanzen (oder dem Aufbinden) begonnen werden.
Beim Stecken bzw. Einpflanzen der In Vito Pflanzen sollte eine entsprechende Pflanzpinzette verwendet werden. Dies spricht bei genauerer Betrachtung des zarten Wurzelwerkes ohnehin für sich. Das Eindrücken der Aquarienpflanzen in den Bodengrund (das Soil) führt in den meisten Fällen zu starken Beschädigungen des Wurzelwerks und sollte daher vermieden werden.
Unter Umständen kann es vereinzelt (je nach Hersteller und Pflanze) dazu kommen, dass Reste des Nährgels trotz intensiven Wasserbades und manueller Entfernung noch immer (unsichtbar) an der Pflanze haften bleiben und somit ins Aquarium gelangen. Dies ist an sich unbedenklich, da hier - wie schon angemerkt - keine Pestizide oder Bakterizide verwendet werden und das Nährgel somit unbedenklich ist. Dennoch sollte auf eine größtmögliche Entfernung des Nährgels bei den in Vitro Pflanzen geachtet werden, da es sonst zu unschönen (optischen) Begleiterscheinungen kommen kann. In diesem Fall löst sich das Nährgel der InVitro Pflanzen im Bodengrund und steigt langsam auf.

Hinweis für Raucher
Bei der Verwendung von In-Vitro Pflanzen gilt - wie grundsätzlich beim direkten Hautkontakt mit Pflanzen, Futter oder Deko (Hardscape) - das gründliche Händewaschen vor der Arbeit am Becken. Nikotin an den Händen überträgt sich vereinzelt auch auf die Pflanzen uns gelangt somit direkt ins Aquarium.

Vor- und Nachteile | Umfrage und Diskussion zum Thema In-Vitro Cups vs. Pflanzen aus dem Topf, dem Bund oder der Steinwolle findet ihr an dieser Stelle: Umfrage: In Vitro Cups oder Pflanzen aus dem Topf
Hier könnt ihr neben eigenen Erfahrungswerten auch Fragen oder Bilder einstellen.

In-Vitro Cups in Bildern

Viele Grüße,

Daniel

Aus Steinen, die mir in den Weg gelegt werden, baue ich mir ein Iwagumi.